Ein gutes Video-CV mit dem Handy aufnehmen: Licht, Ton, Bildausschnitt, Hintergrund
Für ein gutes Video-CV brauchst du kein Studio; dein Smartphone, ein Fenster und ein ruhiger Raum reichen meistens aus. Den Unterschied macht nicht die Ausrüstung, sondern die Vorbereitung: woher das Licht kommt, wo das Smartphone steht und wie der Raum klingt. Geh diese Liste vor dem Dreh einmal durch.
Licht: Dein Gesicht sollte hell sein
Den größten Unterschied in der Bildqualität macht meist nicht die Kamera, sondern das Licht. Bei gutem Licht liefern Smartphone-Kameras scharfe Bilder mit natürlichen Farben; in dunkler Umgebung rauscht das Bild und die Farben verblassen.
- Setz dich mit dem Gesicht zum Fenster. Das Tageslicht sollte von vorn oder leicht seitlich auf dein Gesicht fallen.
- Hab kein Fenster und keine helle Lampe im Rücken. Bei Gegenlicht wird dein Gesicht zu einer dunklen Silhouette.
- Eine Deckenlampe allein reicht nicht; sie wirft Schatten unter die Augen. Stell bei Bedarf eine Schreibtischlampe nah an dein Gesicht.
- Direktes Sonnenlicht erzeugt harte Schatten. Wenn die Sonne direkt ins Zimmer scheint, zieh den dünnen Vorhang zu.
- Misch keine Lichtquellen in unterschiedlichen Farben. Wenn Tageslicht und eine gelbe Lampe gleichzeitig auf dein Gesicht fallen, wirkt dein Hautton unnatürlich.
İpucu: Wenn eine Seite deines Gesichts im Dunkeln liegt, stell auf dieser Seite außerhalb des Bildausschnitts einen weißen Karton oder ein Blatt Papier auf. Es reflektiert das Licht und mildert den Schatten.
Ton: Ein unverständlicher Satz geht verloren
Ein etwas dunkles Bild kann man noch ansehen; ist der Ton aber unverständlich, geht verloren, was du erzählst. Achte auf den Ton mindestens so sehr wie auf das Bild.
- Wähle einen ruhigen Raum und schließ Tür und Fenster. Schalte auch Fernseher, Ventilator und Klimaanlage aus.
- Schalte dein Smartphone in den Modus „Nicht stören“; Benachrichtigungstöne unterbrechen die Aufnahme.
- Leere Räume mit harten Oberflächen hallen. Ein Raum mit Teppich, Vorhängen oder einem vollen Bücherregal klingt sauberer.
- Bleib nah am Smartphone. Wenn zwischen dir und der Kamera mehr als ein, zwei Schritte liegen, klingt deine Stimme, als käme sie von weit weg.
- Das Mikrofon eines kabelgebundenen Headsets ist näher an deinem Mund und nimmt deine Stimme deshalb klarer auf. Achte darauf, dass das Kabel nicht an deiner Kleidung reibt.
İpucu: Hör dir die Probeaufnahme mit Kopfhörern an, nicht über den Lautsprecher des Smartphones. Brummen, Hall und Rauschen hörst du mit Kopfhörern viel deutlicher.
Bildausschnitt: Augenhöhe und ein stabiles Smartphone
- Stell das Smartphone auf Augenhöhe. Aufnahmen von unten lassen dein Gesicht anders wirken, als es ist, Aufnahmen von oben lassen dich klein wirken.
- Halte das Smartphone nicht in der Hand. Ein paar gestapelte Bücher, ein Regal oder ein Stativ reichen; ein aus der Hand gefilmtes Bild wackelt.
- Filme nach Möglichkeit im Querformat. Das Querformat bietet jemandem, der am Computerbildschirm zusieht, einen breiteren und angenehmeren Bildausschnitt.
- Zu sehen sein sollte alles ab Brusthöhe aufwärts. Lass über deinem Kopf etwas Platz, statt mit dem Kopf am oberen Bildrand zu kleben.
- Schau in die Linse, nicht auf den Bildschirm. Wenn du dein eigenes Bild auf dem Bildschirm ansiehst, kannst du keinen Blickkontakt mit der zuschauenden Person herstellen.
- Wisch die Linse vor dem Dreh mit einem weichen Tuch ab. Fingerabdrücke machen das Bild unscharf.
İpucu: Die Rückkamera liefert bei den meisten Smartphones schärfere Bilder, aber du kannst dich nicht sehen. Richte den Bildausschnitt mit der Frontkamera ein, probier es dann von derselben Stelle aus mit der Rückkamera und vergleiche die beiden Aufnahmen.
Hintergrund: schlicht und frei von persönlichen Informationen
Der Hintergrund sollte die Aufmerksamkeit nicht von dir ablenken. Eine schlichte Wand, ein ordentliches Bücherregal oder eine aufgeräumte Zimmerecke sind eine gute Wahl.
- Setz dich etwa einen Meter vor die Wand. Wenn du direkt an der Wand sitzt, fällt dein Schatten hinter dich.
- Entferne Ablenkendes aus dem Bild, etwa ein ungemachtes Bett, Wäsche oder stark gemusterte Vorhänge.
- Familienfotos, Dokumente, Briefumschläge mit deiner Adresse oder ein Computer mit offenem Bildschirm sollten nicht im Bild zu sehen sein. Im Video sollten nur Informationen vorkommen, die du teilen möchtest.
- Wenn hinter dir ein Spiegel oder eine Glasfläche ist, prüfe die Spiegelung von Smartphone und Licht.
İpucu: Trag am besten einfarbige Kleidung. Sehr fein gestreifte oder klein gemusterte Stoffe können auf dem Bildschirm flimmern.
Aufnahme und Kontrolle
- Dreh zuerst eine 10-sekündige Probeaufnahme. Prüfe darin Licht, Ton und Bildausschnitt.
- Warte nach dem Start der Aufnahme zwei Sekunden, dann fang an zu sprechen. Schau auch am Ende noch zwei Sekunden in die Kamera; so wirkt das Video nicht abgeschnitten.
- Wenn du hängen bleibst, hör nicht auf: Sag den Satz noch einmal von vorn oder starte die Aufnahme neu. Der zweite oder dritte Versuch läuft meist entspannter.
- Prüfe die Länge; das Video muss zwischen 30 Sekunden und 2 Minuten lang sein.
- Sieh dir die Aufnahme vor dem Hochladen einmal komplett an.
Bei PlayCV kannst du das Video direkt im Browser aufnehmen oder ein mit dem Smartphone gedrehtes Video hochladen. Wenn dein Smartphone Videos den Aufnahmeort hinzufügt, kannst du die Standortspeicherung in den Einstellungen der Kamera-App deaktivieren.
Letzter Check vor dem Dreh
- Licht von vorn, Fenster oder Lampe nicht hinter dir
- Handy auf Augenhöhe und stabil, Linse sauber
- Raum ruhig, Benachrichtigungen aus
- Keine persönlichen Infos und keine Unordnung im Hintergrund
- In den ersten 10 Sekunden nennst du deinen Namen und deinen Beruf oder Studiengang
- Ein konkretes Beispiel und ein Abschluss, der sagt, was du suchst
- Dauer zwischen 30 Sekunden und 2 Minuten
- Du hast die Aufnahme einmal komplett angesehen und mit Kopfhörern angehört
Wenn du nicht sicher bist, was du erzählen sollst, wirf zuerst einen Blick in den Artikel Gesprächsplan.
Aktivieren Sie JavaScript, um PlayCV zu nutzen.